| 1 | 01 | Es zogen zwei rüstge Gesellen |
|---|---|---|
| 02 | Zum erstenmal von Haus, | |
| 03 | So jubelnd recht in die hellen, | |
| 04 | Klingenden, singenden Wellen | |
| 05 | Des vollen Frühlings hinaus. | |
| 2 | 06 | Die strebten nach hohen Dingen, |
| 07 | Die wollten, trotz Lust und Schmerz, | |
| 08 | Was Rechts in der Welt vollbringen, | |
| 09 | Und wem sie vorübergingen, | |
| 10 | Dem lachten Sinn und Herz. - | |
| 3 | 11 | Der erste, der fand ein Liebchen, |
| 12 | Die Schwieger kauft´ Hof und Haus; | |
| 13 | Der wiegte gar bald ein Bübchen, | |
| 14 | Und sah aus heimlichem Stübchen | |
| 15 | Behaglich ins Feld hinaus. | |
| 4 | 16 | Dem zweiten sangen und logen |
| 17 | Die tausend Stimmen im Grund, | |
| 18 | Verlockend´ Sirenen, und zogen | |
| 19 | Ihn in der buhlenden Wogen | |
| 20 | Farbig klingenden Schlund. | |
| 5 | 21 | Und wie er auftaucht vom Schlunde, |
| 22 | Da war er müde und alt, | |
| 23 | Sein Schifflein das lag im Grunde, | |
| 24 | So still wars rings in der Runde, | |
| 25 | Und über die Wasser wehts kalt. | |
| 6 | 26 | Es singen und klingen die Wellen |
| 27 | Des Frühlings wohl über mir; | |
| 28 | Und seh ich so kecke Gesellen, | |
| 29 | Die Tränen im Auge mir schwellen - | |
| 30 | Ach Gott, führ mich liebreich zu Dir! |
Die Romantik ist die Fortsetzung des Klassizismus und stellte sich gegen die vernunftbegabte Philosophie der Aufklärung.
Häufig hat sich die Romantik der Vergangenheit in Form eines idealisierten Mittelalters bedient. Auch das Motiv Fernweh und das Reisen in exotische Länder wurde gern verwandt. Dabei stellen die Romantiker ihre Werke in den Kontext irrationaler Gefühle, Sehnsucht, Heilung der Welt und Mystik.
Die Romantiker selbst sahen sich in einem geschichtlichen Bruch. Die Aufklärung drohte - nach Darstellung der Romantiker - den Menschen von sich selbst zu entfremden, zu vereinsamen und hilflos dieser Entwicklung gegenüber zu stehen. Die Gesellschaft war ihrer Empfindung nach gespalten in eine Welt von "Zahlen und Figuren" (Novalis) und in die Welt der Gefühle und des Wunderbaren. Die Romantiker hatten eine Sehnsucht die Welt von diesem Zwiespalt zu heilen, sie versuchten diese Spaltung aufzuheben, die Welt zu vereinen und die Gegensätze zusammenzuführen.
Deutlich wurde diese Sehnsucht in den Werken, die sich den Szenerien von nebelverhangenen Tälern, mittelalterlichen Ruinen, der Natur, Märchen, Mythen und derlei Geheimnisse bedienten.
Besonderen Ausdruck nach Einheit, Heilung und Sehnsucht fand die romantische Bewegung in der blauen Blume. Sie gilt heute als zentrales Motiv der romantischen Epoche.
Freiherr Joseph von Eichendorff war Kind einer kleinen katholischen Adelsfamilie im oberschlesischen Grenzgebiet. Joseph von Eichendorff wurde als zweites Kind geboren, er besaß einen älteren Brüder und eine sechzehn Jahre jüngere Schwester.
Das recht ansehnliche schlesische Landgut, dass im Besitz der Familie war, musste wegen ökonomischer Missgeschicke des Vaters verkauft werden. Ab 1801 geriet das Gut immer mehr in wirtschaftliche Schieflage und musste mit dem Tod des Vaters 1818 bzw. der Tod der Mutter 1822 vollständig aufgegeben werden.
Eichendorff besuchte 1801 zusammen mit seinem Bruder ein katholischen Gymnasium, danach waren sie eine Zeit lang Gasthörer an der Universität Breslau. 1805 nahmen beide ein Jura-Studium in Halle auf, welches sie 1807 in Heidelberg fortführten.
In Heidelberg am Joseph-Görres-Kolleg lernte Eichendorff mit Clemens Brentano, Heinrich von Kleist und Achim von Arnim wichtige Vertreter der Heidelberger Romantik kennen.
Dieses Jahr prägte Eichendorff entscheidend, er vertiefte sich in die Schriften von Görres, Novalis und Göthe. Eichendorff erkannte, dass die Offenbarung der Dinge und der Natur durch den Dichter selbst zum Leben erweckt werden müssen, was in seinem Gedicht "Wünschelrute" zum Ausdruck kommt.
Eichendorff war einer der bedeutendsten deutschen Lyriker und Prosaautoren. Er verstarb 1857 in Neisse (Schlesien).
| 1 | 01 | Ich habe gerochen alle Gerüche |
|---|---|---|
| 02 | In dieser holden Erdenküche; | |
| 03 | Was man genießen kann in der Welt, | |
| 04 | Das hab ich genossen wie je ein Held! | |
| 2 | 05 | Hab' Kaffee getrunken, hab' Kuchen gegessen, |
| 06 | Hab' manche schöne Puppe besessen; | |
| 07 | Trug seid'ne Westen, den feinsten Frack, | |
| 08 | Mir klingelten auch Dukaten im Sack. | |
| 3 | 09 | Wie Gellert ritt ich auf hohem Ross; |
| 10 | Ich hatte ein Haus, ich hatte ein Schloss. | |
| 11 | Ich lag auf der grünen Wiese des Glücks, | |
| 12 | Die Sonne grüßte goldigsten Blicks; | |
| 4 | 13 | Ein Lorbeerkranz umschloss die Stirn, |
| 14 | Er duftete Träume mir ins Gehirn, | |
| 15 | Träume von Rosen und ewigem Mai - | |
| 16 | Es ward mir so selig zu Sinne dabei, | |
| 5 | 17 | So dämmersüchtig, so sterbefaul - |
| 18 | Mir flogen gebrat'ne Tauben ins Maul, | |
| 19 | Und Englein kamen, und aus den Taschen | |
| 20 | Sie zogen hervor Champagnerflaschen - | |
| 6 | 21 | Das waren Visionen, Seifenblasen - |
| 22 | Sie platzten - Jetzt lieg' ich auf feuchtem Rasen, | |
| 23 | Die Glieder sind mir rheumatisch gelähmt, | |
| 24 | Und meine Seele ist tief beschämt. | |
| 7 | 25 | Ach jede Lust, ach jeden Genuss |
| 26 | Hab ich erkauft durch herben Verdruss; | |
| 27 | Ich ward getränkt mit Bitternissen | |
| 28 | Und grausam von den Wanzen gebissen; | |
| 8 | 29 | Ich ward bedrängt von schwarzen Sorgen, |
| 30 | Ich musste lügen, ich musste borgen | |
| 31 | Bei reichen Buben und alten Vetteln - | |
| 32 | Ich glaube sogar, ich musste betteln. | |
| 9 | 33 | Jetzt bin ich müd' vom Rennen und Laufen, |
| 34 | Jetzt will ich mich im Grabe verschnaufen. | |
| 35 | Lebt wohl! Dort oben, ihr christlichen Brüder, | |
| 36 | Ja, das versteht sich, dort seh'n wir uns wieder. |
Die Epoche, die man heute gemeinhin als Vormärz/Biedermeier bezeichnet, ist eigentlich eine Zeit von unterschiedlichen Strömungen, wobei die Anhänger des Vormärzes und die des Biedermeiers am deutlichsten herausstechen. Den Beginn dieser Epoche markiert der Wiener Kongress 1815, als die europäischen Mächte unter Führung von Fürst Metternich versuchten die politischen Umwälzungen durch die französische Revolution und Napoléon Bonaparte wieder rückgängig zu machen. Diese Restauration diente nicht nur der Herstellung von Frieden, sondern auch der Wiederherstellung der Monarchie und der Wiedereinsetzung der alten Dynastien wie zu Beginn der französischen Revolution 1789. Als Ende der Epoche wird meist die Märzrevolution 1848 gesehen, bei denen in vielen europäischen Staaten bürgerlich-demokratische Bewegungen gegen die herrschenden Mächte der Restauration aufbegehrten. In Deutschland wurde diese Revolution durch eine vorangegangene Missernte, Inflation und Hungersnöte angeheizt.
In der Restaurationszeit haben die Künstler verschiedene Strategien entwickelt, mit der Restauration der alten Ordnung fertig zu werden. Einige zogen sich ins Private und Idyllische zurück - der Biedermeier. Dem Biedermeier werden dabei häufig auch konservative Werte zugerechnet. Der Name "Biedermeier" geht auf eine fiktive Figur von Ludwig Eichrodt und der Adolf Kussmaul zurück, die den Biedermann als treuherzigen, aber spießigen Dorflehrer aus dem Schwabenland karikierten.
Weniger resignativ gegenüber der Restauration waren die Anhänger des Vormärzes, die auf politische Veränderung drängten. Die wichtigste Gruppe von Autoren war das Junge Deutschland, deren Veröffentlichungen zusammen mit denen von Heinrich Heine verboten wurde. Die Vormärz-Literaten wandten sich dabei den klassischen Formen ab und versuchten durch Darstellung der gesellschaftlichen Realität das politische Bewusstsein der Bürger zu wecken. Als bedeutendste Autoren der Epoche gelten neben Heinrich Heine auch weitere wie August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Ludwig Börne, Ferdinand Freiligrath oder Georg Weerth.
Heine wurde 1797 in Düsseldorf geboren und war Sohn eines Kaufmanns. 1807 besucht er das Düsseldorfer Lyzeum und lernt dort, da Deutschland unter französischer Herrschaft steht, die französische Sprache und Literatur kennen. Heine wird an der Schule mit den Ideen der Aufklärung konfrontiert.
1811 erobert Napoleon Düsseldorf, Heine verehrt Napoleon da er den Vorläufer des bürgerlichen Gesetzbuch einführte (Code Zivil).
Heine verlässt das Lyzeum 1814 ohne Abschluss, um auf die Handelsschule zu wechseln. Er soll wie sein Vater Kaufmann werden, bricht die Lehre zum Bankkaufmann allerdings ab und beschäftigt sich lieber mit Gedichten.
Auch wenn das Interesse an der Rechtswissenschaft nicht viel größer als an der Kaufmannslehre ist, nimmt Heine 1819 ein Jurastudium in Bonn auf, welches von seinem wohlhabenden Onkel finanziert wird. Statt zu juristischen Vorlesungen zu gehen, wohnt er den Vorträgen der Literaturhistoriker und Philosophen Schlegel und Hegel bei. Er wechselt später auf die Universitäten Göttingen und Berlin. Durch das Studium kommt Heine mit den freiheitlich-revolutionären Ideen der Studentenverbindungen in Berührung.
1822 schreibt er sein erstes Buch namens Gedichte und lässt dem von ihm verehrten Goethe ein Exemplar zukommen, er erhält aber keine Reaktion. In Berlin erscheinen 1823 seine ersten Tragödien, die aber erfolglos blieben.
Da Heine Jude ist und er deswegen diskriminiert wird und ihm der Staatsdienst als Jurist verwehrt bleibt, konvertiert er 1825 zum evangelischen Glauben. Er promoviert zum Dr. jur.
Den ersten Erfolg hatte Heine mit dem Reisebericht Harzreise 1826. Ein Jahr darauf erscheint der Lyrikband mit romantischen Liebesgedichten Buch der Lieder.
1831 geht Heine ins Pariser Exil, nachdem er wegen seiner politischen Ansichten in Deutschland zunehmend angefeindet wird und seine Schriften in Preußen verboten werden.
1833 bricht bei Heine vermutl. Syphilis oder Multiple Sklerose aus, er hat mit Lähmungserscheinungen, Kopfschmerzattacken und Sehschwäche zu kämpfen. Heine reist nochmal nach Hamburg und verfasst Deutschland ein Wintermärchen und lernt Karl Marx kennen, bevor er 1856 in Paris stirbt.
Heine gilt als Romantiker, der aber gleichzeitig über die Romantik spottet und sie überwindet. Durch ihn wurde der Reisebericht und das Feuilleton bekannt. Er selbst machte sich einen Namen als politischer kritischer Journalist, Satiriker und Polemiker.
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In dem 1818 verfassten und somit der Romantik zuzuordnenden Gedicht „Die zwei Gesellen” von Joseph von Eichendorff geht es um die unterschiedlichen Lebensläufe zweier Gesellen. Beim ersten Überfliegen des Gedichts fallen einem Wörter wie Fernweh, Reiselust, Sehnsucht und Vergänglichkeit ein. In Heinrich Heines Gedicht „Rückschau” von 1851 geht es um die scheinbar imposante Vergangenheit einer Person, die aber zugeben muss, dass dies nur eine Scheinwahrheit ist und alles andere als eindrucksvoll. Beide Gedichte handeln von der Vergänglichkeit und dem Sterben, was bereits im Mittelalter und Barock ein häufig verwendetes Thema war.
Joseph von Eichendorff und Heinrich Heine gehören in der deutschen Literatur der Romantik an.
„Die zwei Gesellen” und „Rückschau” wirken äußerlich völlig unterschiedlich. Eichendorffs Gedicht ist in 6 Strophen zu je 5 Versen unterteilt, jedoch besteht Heines Werk nur aus einem einzigen Teil mit 36 Zeilen. Auch die Reime unterscheiden sich sehr, Heine verwendet den Paarreim (a-a-b-b) und Eichendorff eine Variante von Kreuzreim und Umarmender Reim (a-b-a-a-b). In „Rückschau” wird alles aus der Perspektive des lyrischen Ichs erzählt, während dieses bei Eichendorff erst in der letzten Strophe zum Vorschein kommt. Die beiden Verfasser verwenden ähnliche Bilder (z.B. den Frühling), jedoch mit unterschiedlichen Bedeutungen. Bezüglich ihres Aufbaus kann man die beiden Gedichte sehr gut vergleichen. Sie beginnen mit den schönen und wunderbaren Seiten des Lebens, die jedoch plötzlich ins Negative umschlagen und am Ende befassen sich beide kurz mit den Themen Gott und Religion, aber mit unterschiedlichen Auffassungen.
In dem Gedicht „Die zwei Gesellen” geht es, wie der Titel bereits vermuten lässt, um zwei junge Gesellen, die voller Vorfreude, Hoffnung und Strebsamkeit in die Welt hinaus schauen, um dort ihr Glück zu machen. Jedoch scheitern beide. Die erste dieser Strophen beschreibt die Ausgangsituation, dass zwei Gesellen „So jubelnd recht in die hellen / Klingenden, singenden Wellen / Des vollen Frühlings hinaus(-ziehen).” (Z. 3 - 5). Eichendorff bedient sich durch die Verwendung des Wortes „Wellen” eines Vergleiches mit dem Meer, vielleicht um das Unbekannte, das vor den zwei Reisenden liegt, noch zu verdeutlichen. Ebenso wird durch den Inhalt dieser Strophe das bestimmende Motiv des Gedichtes vorgestellt. Dieses Fernweh bietet erst den Grund für die Reise der jungen Männer. In der folgenden Strophe wird die Begründung jedoch noch um das Sehnsuchtsmotiv erweitert. Hier spricht das lyrische Ich von den Zielvorstellungen der Gesellen. Demnach besaßen sie große Ambitionen und Ziele, die sie sich erfüllen möchten. Gleichzeitig lassen sie sich nicht durch andere Dinge von diesem Weg abbringen, was durch die Einschiebung „[…] trotz Lust und Schmerz,” (Z. 7) deutlich wird. Im nächsten Vers werden die hohen Ziele, die zu Beginn der Strophe erwähnt wurden, sogar noch verdeutlicht „Was Rechts in der Welt vollbringen,” (Z. 8). Somit wird klar, dass sie im Grunde nicht nach Ruhm oder ähnlichen träumerischen Dingen streben, sondern eher nach der Erfüllung bodenständiger Ideale. Wenn man nun diese Sehnsucht mit Eichendorffs Biographie vergleicht wird deutlich, dass hier die Suche nach dem ewigen zu Hause gemeint sein könnte. Da der Autor den Menschen als Reisenden begriff, der sich ein solches Heim herbeisehnt. Mit den letzten beiden Versen dieses Abschnittes scheint das lyrische Ich aufzeigen zu wollen, dass sich die beiden Gesellen nicht von den Irrwegen des Lebens unterkriegen lassen und trotz allen Widrigkeiten der Welt fröhlich begegnen. Auf diese Aussage folgt das Ende der zweiten Strophe mit einem Gedankenstrich, der eine Denkpause markieren soll. Damit ist nun die Vorstellung der Ausgangsituation beendet und es folgt die Lebensgeschichte beider Personen. So beschreibt der dritte Versabschnitt das Schicksal des ersten Gesellen. Dieser findet seine Liebe, kauft ein Haus mit Hof und wird dadurch sesshaft. Kurze Zeit später wird er sogar Vater eines kleinen Jungen. Hier lässt sich vermuten, dass diese Konstellation Eichendorffs Vorstellung von einem ewigen Heim entspricht. Die Überlegung wird durch die letzten beiden Verse dieser Strophe bekräftigt „Und sah aus heimlichem Stübchen / Behaglich ins Feld hinaus.” (Z. 14 - 15). Diese Zeilen zeigen die Zufriedenheit des Mannes, die beständig erscheint. Nimmt man nun das neu hinzugekommene Motiv der Liebe in Betracht, ergibt sich zusammen mit den beiden voran gegangenen das Motiv der blauen Blume. Darauf folgt die Darstellung des Lebens des anderen Gesellen. Der sieht sein Glück in kurzweiligen Dingen, was durch die Metapher „Verlockend? Sirenen,” (Z. 18) dargestellt wird. Er kann den Versuchungen nicht widerstehen und wird so durch die „[…] buhlenden Wogen” (Z. 19) in den „Farbig klingenden Schlund.” (Z. 20) gezogen. Das Verständnis dieses Sinnbilds könnte sich auf kurze Beziehungen oder einen genussreichen Lebensstil beziehen. In der nächsten Strophe zeigt sich jedoch das Verhängnis dieser Wahl, denn als er wieder aus diesem Schlund auftaucht und sich somit seine Ansichtsweise geändert hat, ist es bereits zu spät etwas an seinem Leben zu ändern, denn er ist alt und müde. Daraufhin wird noch einmal seine Situation geschildert „Sein Schifflein das lag im Grunde, / So still war’s rings in die Runde” (Z. 23 24). Damit wird gezeigt, dass er kein Heim und keine Familie besitzt. Demzufolge nun auch alleine und einsam ist. Dieser Versabschnitt endet mit der wehmütigen Feststellung „Und über die Wasser weht’s kalt.” (Z. 25) und zeigt das Bedauern des Gesellen über seine Lebenswege auf. Das Ende des Gedichtes wird durch Aussagen des lyrischen Ichs beschlossen. So beginnt die sechste Strophe mit einer Wiederholung der metaphorischen Beschreibung des Frühlings, mit der die Erste endet. Jedoch erklärt das lyrische Ich, dass sich die Wellen über ihm befinden. Wenn man dies nun auf den vermuteten Vergleich mit dem Meer bezieht, drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass es im Ozean der Träume untergegangen ist und es sich damit nicht seine wahren Träume erfüllen konnte. Somit scheint es sich mit dem zweiten Gesellen zu vergleichen. Die nächsten zwei Verse verdeutlichen seine Trauer noch mehr, jedoch bezieht es diese nicht auf sich selbst, sondern auf neue Gesellen, die es in die Welt hinausziehen sieht und deren Schicksal es sich schon bewusst ist. Auf diese Trauer folgt, durch einen Gedankenstrich herausgestellt, die Bitte „Ach Gott, führ uns liebreich zu Dir!” (Z. 30). Das lyrische Ich scheint damit den Wunsch zu haben, dass jeder Mensch das Schicksal des ersten Gesellen teilt und somit ein ewiges zu Hause erhält und nicht so unglücklich wie der zweite Geselle alt werden muss.
In Heinrich Heines „Rückschau” geht es um die scheinbar eindrucksvolle Vergangenheit einer Person, die sich jedoch eingestehen muss, dass dies nur eine Scheinwahrheit und die Wirklichkeit alles andere als beeindruckend ist. In den ersten vier Versen beschreibt der Dichter die Erfahrung des lyrischen Ichs in der weiten Welt (Z. 1 2 "Ich habe gerochen alle Gerüche / In dieser holden Erdenküche;") und wie gut es ihm dort erging (Z. 3 4 "Was man genießen kann in der Welt, / Das hab ich genossen wie je ein Held!"). Danach folgen einzelne Beschreibungen der menschlichen Gelüste (Z. 5 - 11 "Hab Kaffee getrunken, hab Kuchen gegessen [...] Trug seidene Westen, den feinsten Frack, [...] Ich hatte ein Haus, ich hatte ein Schloss."). An dieser Stelle wird die Überheblichkeit dargestellt (Z. 9 "Wie Gellert ritt ich auf hohen Ross;") und eine etwas verächtliche Stellung gegenüber Frauen (Z. 6 "Hab manche schöne Puppen besessen;") des lyrischen Ichs wird deutlich. Mit „ewiger Mai” (Z. 15) symbolisiert der Dichter Frühlingsgefühle wie die Liebe, Glück, Gesundheit, etc. . Das lyrische Ich beschreibt, wie es „auf der grünen Wiese des Glücks,” (Z. 11) liegt und dass es wie ein Sieger, einen Lorbeerkranz auf dem Kopf trägt (Z. 13 „Ein Lorbeerkranz umschloss die Stirn,”). Es träumt nur vor sich hin und faulenzt (Z. 16 17 „"Es ward mir so selig zu Sinne dabei, / So dämmersüchtig, so sterbefaul -") und weitet seine Phantasien ins Unvorstellbare aus (Z. 18 „Mir flogen gebratne Tauben ins Maul,”). Es scheint sich wie im Himmel zu fühlen, denn „[…] Englein kamen, […]” (Z. 19). Doch wie aus einem herrlichen Traum, wird hier der Leser aus den wundervollen Illusionen gerissen, denn all das waren wirklich nur Wunschvorstellungen (Z. 21 22 „Das waren Visionen, Seifenblasen - / Sie platzten […]”). Jetzt ändert sich seine Träumerei in die harte Realität; aus „der grünen Wiese des Glücks” (Z. 11) wird nun ein „feuchter Rasen” (Z. 22). Durch „Die Glieder sind mir rheumatisch gelähmt” (Z. 23) wird nun deutlich, dass das lyrische Ich schwer krank ist und uns nun einen Einblick in sein wahres Leben gibt. Es hat zwar viele schöne Zeiten erlebt (Z. 25 „Ach, jede Lust, ach, jeden Genuss”), doch büßte er das mit seinen körperlichen (Z. 26 „Hab ich erkauft durch herben Verdruss;”) und seelischen Gebrechen ein (Z. 27 „Ich ward getränkt von Bitternissen" Z. 29 „Ich ward bedrängt von schwarzen Sorgen”). Es macht durch „Ich musste lügen, ich musste borgen / Bei reichen Buben und alten Vetteln -" (Z. 30 - 31) deutlich, wie jämmerlich es ihm ging. Weiterhin war auch sein Dasein bedroht, was durch „Ich glaube sogar, ich musste betteln." (Z. 32) ausgedrückt wird. Ab Zeile 33 ist die die Darstellung der Vergangenheit beendet und das lyrische Ich berichtet über seine gegenwärtige Situation (Z. 33 „Jetzt bin ich müd vom Rennen und Laufen,”) und von seiner Zukunft – dem Tod (Z. 34 „Jetzt will ich mich im Grabe verschnaufen.”). Im darauffolgenden Vers verabschiedet es sich auch gleich mit den Worten „Lebt wohl!” (Z. 35). Dies wirft jedoch die Frage auf, ob das lyrische Ich eines natürlichen Todes sterben würde oder ob es sich selbst das Leben nimmt. Letztere Variante ist wohl eher korrekt und würde die Textpassage „[…] Dort oben, ihr christlichen Brüder, / Ja, das versteht sich, dort sehen wir uns wieder.” (Z. 35 36) in ein ganz anderes Licht rücken. Dies behandelt das „Wiedersehen” im „Himmel” auf eine ironische Art und Weise und gibt einen Anstoß zum Nachdenken über Religionen. Denn Selbstmörder können nicht in den Himmel kommen, obwohl ,wie in diesem Fall beschrieben, der „Täter” sich nur von seinem Leiden befreien und nicht mehr leiden wollte. Diese Hoffnungslosigkeit, ja auch die Abfolge von Geschehnissen ist mit denen des ersten Gedichts zu vergleichen. Ebenso wird in den Werken das Motiv der Sehnsucht deutlich, die nach dem Unendlichen strebt, sich jedoch nur in „Die zwei Gesellen”, in Verbindung mit dem Fernweh, zum Motiv der blauen Blume weiterentwickelt. Heine weist mit seinem Werk „Rückschau” darauf hin, dass man in schlechten Zeiten am liebsten in Phantasien und Erinnerungen an eine bessere Zeit schwelgt, was jedoch nicht die korrekte variante ist und man deshalb hart dafür bezahlen muss.
Beide lyrische Werke sind gute Vertreter für die Dichtung der Romantik, da sie sich schicksalsreicher Motive bedienen und somit einen guten Einblick in die Gedankenwelt des Dichters liefern.
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