Entstanden ist das Ganze durch den Deutschunterricht. Ich habe mich nie besonders für Lyrik oder Literatur im Allgemeinen interessiert und auch heute ist mein Interesse recht selektiv, aber die Themenreihe Expressionismus hatte mich angesprochen. Der Expressionismus vertrat eine relativ negative Weltsicht und hat meinen damaligen jugendlichen Nihilismus gut in Worte fassen können. Ich hatte dann meine Interpretationen, die als Hausaufgabe zu erstellen waren, ins Internet gestellt und ich stellte fest, dass es eine Nachfrage nach diesen Informationen gibt. Ich erstellte weitere Interpretationen und so wuchs das Angebot erstmal. Mittlerweile hat die Seite die dritte Inkarnation hinter sich und ich denke, dass das Angebot gute Anlagen für die Zukunft haben könnte.
Ich habe mir keine konkreten Ziele gesetzt, da gerade bei Internetangeboten die Verwirklichung der Ziele stark vom Wohl und Wehe der Suchmaschinen abhängt. Von daher ist es nicht sinnvoll, mit konkreten Besucherzahlen zu planen. Allgemein lässt sich nur sagen, dass versucht wird das Angebot weiter auszubauen und irgendwann vielleicht sogar etwas kommerzieller auszurichten. Derzeit teste ich zwar verschiedene Vermarkter, um die Website als Werbefläche anzubieten, aber die Einkünfte sind kaum der Rede wert. Da die Website aber immer noch privat betrieben wird, gibt es keinen finanziellen Zwang.
Es gibt 3 oder 4 Websites, die man vielleicht als Konkurrenz betrachten könnte. Das ist recht überschaubar und da ich zu vermuten glaube, dass auch dort die finanzielle Interessen nicht besonders hoch sind, sehe ich das einfach als zwanglosen Wettstreit an. Man versucht sich hier und da in der Suchmaschine vor die anderen Angebote zu schieben, aber wenn es nicht klappt, ist es nicht weiter tragisch. Allgemein ist mein Eindruck, dass die Branche um Literatur und Lyrik nicht so stark kommerzialisiert ist und mehr Idealismus vorherrscht als in vielen anderen Bereichen.
Die wenigstens Interpretationen stammen von mir selbst. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass ich nicht unbedingt ein guter "Interpreter" bin. Zudem ist das Interpretieren von Gedichten sehr zeitaufwendig. Daher stammen fast alle Interpretationen von Fremdautoren, welche häufig in der Abiturphase sind oder sich bereits im Studium befinden. Den Fremdautoren kommt eine große Bedeutung auf dieser Website zu und ohne deren Texte gäbe es die Seite wohl nicht. Die Mithilfe wird durch eine kleine Belohnung attraktiver gemacht. Diese Belohnung ist angesichts der Mühen, die sich manche Autoren machen, noch viel zu gering, aber eine leistungsgerechte Entlohnung wäre schlichtweg unbezahlbar.
Es gibt keine echten Daten über die Besucher. Ich würde tippen, dass sich die meisten Besucher Oberstufenschüler sind. Teilweise wird die Seite auch von Studenten oder Lehrern besucht. Die Besucher, die aus rein privatem Interesse an Gedichten die Seite aufrufen, schätze ich als relativ gering ein.
Es gibt z.B. eine Sammlung von Interpretationen aus dem C. Bange Verlag unter der Reihe "Königs Erläuterungen". Ähnliches könnte man vielleicht für die Zukunft mal anpeilen, wobei dies natürlich mit den Fremdautoren abgeklärt werden müsste. Meine Verwertungsrechte sind ohne Zustimmung schließlich begrenzt.
Die Seite wird von einer einzigen Person betrieben. Manchmal spreche ich auf der Seite auch von einem "wir" oder "uns", das hat aber rein psychologische Gründe. Manchen Leuten ist es angenehmer, wenn sie mit einer diffusen Menge von Personen oder einer Firma reden, statt jemanden persönlich anzusprechen. Man kennt das z.B. wenn sich jemand in einem Geschäft von der Größe eines Tante-Emma-Laden mit "Habt ihr Produkt XY da?" erkundigt, statt den Ladenbesitzer direkt anzusprechen. Wie dem auch sei, die Seite alleine zu betreiben ist manchmal herausfordernd und zeitintensiv. Auch wenn ich mittlerweile das Schreiben der Interpretationen ja an Fremdautoren "geoutsourct" habe, gibt es eine ganze Reihe von anderen Aufgaben, die zu erledigen sind. Dazu zählt z.B. das Programmieren von Features, das Prüfen und Ergänzen der Inhalte oder die "Vermarktung". Ich könnte mir daher vorstellen, dass die Seite bald schon seine natürliche Grenze erreicht hat, in der ich als alleiniger Betreiber kein weiteres Wachstum mehr herauskitzeln kann. Mir fehlt teilweise die Zeit und meine beruflichen Aufgaben kann ich dabei auf keinen Fall vernachlässigen.
Definitiv nein, jedenfalls auf längere Sicht. Die Seite soll ein Spezialist bleiben für das Thema Gedichte und nicht zu einem bunten Obstsalat werden, der versucht alle Geschmäcker zu befriedigen. Dadurch könnte die Qualität der einzelnen Themengebiete und Fächer leiden. Eine Ausweitung des Themenbereichs stünde auch erst zur Diskussion, wenn es kompetente Helfer gäbe, die sich diesen Bereichen dann auch annehmen.
Bezug nehmend auf die vorherige Antwort kann ich sagen, dass diese Seite sich eben auf ein Thema spezialisiert hat. Hausaufgabenseiten versuchen traditionell ja verschiedene Fächer abzudecken, was bei den meisten Angeboten dazu führt, dass die Qualität recht durchwachsen ist. Hausaufgabenseiten haben meist ein kommerzielles Interesse und die Hausaufgaben stammen wiederum von Schülern. Viele Hausaufgaben werden ohne fachkundige Prüfung durchgelotst und online gestellt, weil die Anbieter dadurch mehr Werbeplätze bekommen und mehr Geld verdienen. Nun, ich bin natürlich auch kein Experte in Sachen Germanistik und Literatur, aber ich bemühe mich um eine ordentliche Qualität.
Nein. Ein Forum wäre eine schöne Sachen, weil man dadurch vielleicht eine Community aufbauen könnte, die zum Selbstläufer wird. Andererseits muss ein Forum erstmal mit großen Aufwand ans Laufen gebracht werden und jeder Kommentar muss geprüft werden. Erschwerend kommen juristische Kapriolen hinzu, bei denen der Betreiber einer Homepage für die Kommentare anderer genauso verantwortlich ist, als hätte er es selbst geschrieben. Mittlerweile wurde dies wieder revidiert, aber solange keine juristische Klarheit herrscht, sollte man als Forumsbetreiber vorsichtig sein.
Da ich kaum Kontakt mit Lehrern habe, ist mir dies nicht bekannt. Ich schätze, dass die meisten Lehrer das Angebot dulden. Anders als auf manchen Hausaufgabenseiten wird hier nicht versucht, den Hausaufgaben-Kopierern zur Seite zu springen und das Finden der Plagiate über die Suchmaschine zu erschweren. Das Aufspüren und Beweisen von Plagiarismus wird für Lehrer z.B. dann sehr schwierig, wenn die Hausaufgaben nur für registrierte Benutzer sichtbar sind. Dies ist hier nicht der Fall. Eine Kopie wäre sofort in der Suchmaschine auffindbar.
Der Name ist frei gewählt. Ich brauchte damals ein Internet-Pseudonym und da ich gerade zufällig Musik einer Hamburger Punkband hörte, die sich Antikörper nannte, habe ich den Namen etwas abgewandelt und übernommen. Die Diminutivform Antikoerperchen klingt etwas weniger "borstig" und "anti" als Antikoerper und wurde bis dahin kaum im Internet verwendet. Insofern ist das Pseudonym ziemlich einmalig, was für spätere Werbung einmal wichtig sein könnte.
Verbesserungspotential gibt es an allen Ecken und Enden, aber ich bin insgesamt mit dem derzeitigen Zwischenergebnis sehr zufrieden.
Plagiarismus ist ein ernstes Problem im Internet, wobei ich allerdings bislang nicht davon betroffen war. Es kommt nur selten vor, dass jemand so frech ist und die Texte 1:1 kopiert. Meistens sind solche Kopieraktionen dann aber aus "privaten Beweggründen". Die Leute sind manchmal recht sorglos, was das Kopieren geistigen Eigentums im Internet ist, sie machen dies aber nicht, um dem Urheber zu schaden oder um selbst davon zu profitieren. Das Problem lässt sich dann durch eine E-Mail meist auch schnell lösen. Es gibt aber durchaus schlimmere Fälle, wo versucht wird mit dem geistigen Eigentum anderer Menschen selbst Kapital zu schlagen.
Das kann ich nicht genau sagen. Ja, es gibt sicherlich einen signifikanten Teil von Schülern, die sich nur damit begnügen, den Text zu kopieren und dem Lehrer als selbst gemachte Hausaufgabe vorzulegen. Daran lässt sich technisch nichts ändern, dass ist ein sozialpädagogisches Problem. Ähnlich wie die Sache mit dem Messer, lässt sich das Werkzeug, dass diese Seite bereitstellen, sinnvoll wie sinnlos nutzen. Ich hoffe natürlich, dass viele Besucher die Chance wahrnehmen, sich hier den ein oder anderen Interpretationsansatz einzuholen, interessante Aspekte und Argumentationsstränge zu finden oder sich durch das Vergleichen mit anderen Interpretationen rückzuversichern.
Nein, so einfach geht das leider nicht. Wer eine Interpretation zu einem bestimmten Gedicht sucht, kann zwar gerne eine Anfrage stellen, aber es sollte keiner erwarten, dass es in ein paar Stunden eine fertige Interpretation dazu gibt. Die Fremdautoren schreiben ihre Interpretationen nicht auf Zuruf, sondern im Rahmen von Hausaufgaben. Ich profitiere also lediglich als "Zweitverwerter", niemand schreibt nur für diese Seite. Ziemlich schwierig wird es meist auch noch, weil viele Schüler erst einen Tag vor dem Unterricht "feststellen", dass sie eine Interpretation zu schreiben haben. Außerdem wäre es pädagogisch natürlich auch gar nicht sinnvoll, solchen Schülern die Hausaufgabe abzunehmen.
