| 1 | 01 | Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! |
|---|---|---|
| 02 | Es war getan fast eh gedacht; | |
| 03 | Der Abend wiegte schon die Erde | |
| 04 | Und an den Bergen hing die Nacht | |
| 05 | Schon stand im Nebelkleid die Eiche | |
| 06 | Ein aufgetürmter Riese, da, | |
| 07 | Wo Finsternis aus dem Gesträuche | |
| 08 | Mit hundert schwarzen Augen sah. | |
| 2 | 09 | Der Mond von einem Wolkenhügel |
| 10 | Sah kläglich aus dem Duft hervor; | |
| 11 | Die winde schwangen leise Flügel | |
| 12 | Umsausten schauerlich mein Ohr | |
| 13 | Die Nacht schuf tausend Ungeheuer | |
| 14 | Doch frisch und fröhlich war mein Mut | |
| 15 | In meinen Adern welches Feuer! | |
| 16 | In meinen Herzen welche Glut! | |
| 3 | 17 | Dich sah ich, und die milde Freude |
| 18 | Floß von dem süßen Blick auf mich; | |
| 19 | Ganz war mein Herz an deiner Seite | |
| 20 | Und jeder Atemzug für dich. | |
| 21 | Ein rosafarbenes Frühlingswetter | |
| 22 | Umgab das liebliche Gesicht, | |
| 23 | Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter! | |
| 24 | Ich hofft es, ich verdient es nicht! | |
| 4 | 25 | Doch, ach schon mit der Morgensonne |
| 26 | Verengt der Abschied mir das Herz | |
| 27 | In deinen Küssen welche Wonne! | |
| 28 | In deinem Auge welcher Schmerz! | |
| 29 | Ich ging und du standst und sahst zu Erden | |
| 30 | Und sahst mir nach mit nassen Blick: | |
| 31 | Und doch welch Glück geliebt zu werden! | |
| 32 | Und lieben, Götter, welch ein Glück! |
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In dem Gedicht „Willkommen und Abschied“, verfasst im Jahre 1785 von Johann Wolfgang Goethe, geht es um einen Mann, der in der Nacht los reitet, um seine Geliebte zu treffen. Ich denke, dieses Gedicht soll einem zeigen, dass die Liebe sowohl gute als auch schlechte Seiten hat. Im Folgenden werde ich versuchen meine These zu bestätigen, in dem ich erst den Inhalt wieder gebe und dabei diesen interpretieren werde.
In der ersten Strophe reitet das lyrische Ich durch die nebelige Abenddämmerung. Durch die Metapher „wo Finsternis aus dem Gesträuche mit hundert Augen sah“ (V.7-8) wird angedeutet das er seine Geliebte nur heimlich treffen darf.
Auch in der zweiten Strophe reitet das lyrische Ich zu seiner Geliebten, doch der Mond ist schon aufgegangen und alles wirkt schauerlich, was durch „umsausten schauerlich mein Ohr“ (V. 12) und „die Nacht schuf tausend Ungeheuer“ (V.13) deutlich wird. Dieses scheint das lyrische Ich jedoch nicht zu stören durch die Alliteration1 „doch frisch und fröhlich war mein Mut“ (Z.14) und die darauf folgende Anapher2 „In meinen Adern welches Feuer! In meinem Herzen welche Glut!“ (V. 15-16) wird dies gezeigt, das lässt den Reiter wie einen Lichtstrahl in der Finsternis wirken.
In der dritten Strophe sind alle finsteren Gedanken verschwunden und er denk nur noch an seine Geliebte, ein guter Kontrast zu der Finsternis und ein gutes Beispiel für seine Gefühle ist „rosenfarbnes Frühlingswetter um gab das liebliche Gesicht“ (V.21-22). Auch seine Geliebte scheint keine anderen Gedanken mehr zu haben als an den Geliebten, was an der Aussage „die milde Freude floss von dem süßen Blick auf mich“ (V.16-17) gut deutlich wird.
In der letzten Strophe kommt der Abschied, weil die Sonne schon aufgeht. Dieser Abschied fällt beiden sehr schwer, was vielleicht darauf deutet das der Abschied für längere Zeit ist. Sein Schmerz wird durch „verengt der Abschied mir das Herz“ (V.25) deutlich gemacht und ihr Schmerz durch die Anapher „In deinen Küssen welche Wonne! In deinem Auge welcher Schmerz“ (V.27-28). Als der Geliebte dann nach dem letzten Kuss weg reitet, steht seine Geliebte mit nassem Blick da und sieht zu Erde (V.29-30). Als er sie so da stehen sah sagte er: „Und doch, welch Glück geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück“ (V.30-31) was zeigt das er trotz des Liebeskummers die Liebe als wunderschön sieht.
Zusammenfassend finde ich dieses Gedicht sehr gelungen, da es nicht nur die schönen Seiten einer Beziehung oder der Liebe zeigt, sondern auch den Schmerz des Abschiedes. Ich denke meine These vom Anfang ist nicht ganz richtig, ich würde eher sagen, dass das Gedicht aussagen soll, dass die Liebe trotz der schlechten Seiten eins der schönsten Dinge ist die einem widerfahren kann.
509b84a7| 1 | Bei der Alliteration beginnen mehrere Worte mit dem gleichen Buchstaben. Beispiel: „Milch macht müde Männer munter.“ |
| 2 | Wiederholung eines oder mehrerer Wörter an Satz-/Versanfängen. Beispiel: „Er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf“. |
