| 1 | 01 | Spude dich, Kronos! |
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| 02 | Fort den rasselnden Trott! | |
| 03 | Bergab gleitet der Weg; | |
| 04 | Ekles Schwindeln zögert | |
| 05 | Mir vor die Stirne dein Haudern. | |
| 06 | Frisch den holpernden | |
| 07 | Stock, Wurzeln, Steine den Trott | |
| 08 | Rasch ins Leben hinein! | |
| 2 | 09 | Nun schon wieder |
| 10 | Den eratmenden Schritt | |
| 11 | Mühsam Berg hinauf. | |
| 12 | Auf denn, nicht träge denn! | |
| 13 | Strebend und hoffend an. | |
| 3 | 14 | Weit, hoch, herrlich der Blick |
| 15 | Rings ins Leben hinein; | |
| 16 | Vom Gebürg zum Gebürg, | |
| 17 | Über der ewige Geist | |
| 18 | Ewigen Lebens ahndevoll. | |
| 4 | 19 | Seitwärts des Überdachs Schatten |
| 20 | Zieht dich an | |
| 21 | Und der Frischung verheißende Blick | |
| 22 | Auf der Schwelle des Mädchens da. | |
| 23 | Labe dich! – Mir auch, Mädchen, | |
| 24 | Diesen schäumenden Trunk | |
| 25 | Und den freundlichen Gesundheitsblick! | |
| 5 | 26 | Ab dann, frischer hinab! |
| 27 | Sieh, die Sonne sinkt! | |
| 28 | Eh sie sinkt, eh mich faßt | |
| 29 | Greisen im Moore Nebelduft, | |
| 30 | Entzahnte Kiefer schnattern | |
| 31 | Und das schlockernde Gebein –. | |
| 6 | 32 | Trunknen vom letzten Strahl |
| 33 | Reiß mich, ein Feuermeer | |
| 34 | Mir im schäumenden Aug, | |
| 35 | Mich Geblendeten, Taumelnden | |
| 36 | In der Hölle nächtliches Tor. | |
| 7 | 37 | Töne, Schwager, dein Horn, |
| 38 | Raßle den schallenden Trab, | |
| 39 | Daß der Orkus vernehme: ein Fürst kommt, | |
| 40 | Drunten von ihren Sitzen | |
| 41 | Sich die Gewaltigen lüften. |
Der Sturm und Drang gilt als eine Epoche, bei der das Individuum und seine Gefühle in den Vordergrund gestellt werden. Dadurch widerspricht der Sturm und Drang der Aufklärung, die als zu verstand- und vernunftorientiert empfunden wurden. Diese Epoche, die vorwiegend durch Johann Gottfried von Herder angetrieben wurde, ist aber kein kompletter Gegensatz zu Immanuel Kants Aufklärung, sondern erweitert diese. Die Aufklärer versuchten das Wundersame und Verborgene in der Welt zu eliminieren und rational zu erklären. Dieser kalte Rationalismus war den Stürmern und Drängern verhasst. Sie stellten die Gefühle und Subjektivität an vorderster Stelle (Emotio statt Ratio), nichtsdestotrotz ließ man Platz, damit die Gefühle mit Vernunft und Verstand eine Einheit bilden konnten. Die Absichten beider Epochen-Vertreter waren durchaus ähnlich, da sie die absolutistische Herrschaftsformen und das adelige Leben ablehnten sowie die Gesellschaft, Kunst und Literatur modernisieren wollten.
Die Abwendung von der puren Aufklärung machte sich dadurch deutlich, dass man von den streng durchreglementierten Formen der Literatur absah und stattdessen künstlerische Freiheit gewährte. Zentrale Bedeutung in den Werken bekam meist das "Ich", welches man das Genie nannte und wodurch die Epoche auch als Geniezeit bezeichnet wird. Das Genie wurde zum Mittelpunkt ästhetischer Betrachtung erhoben, es schafft seine eigenen Regeln und Gesetze, strebt nach Freiheit und Selbstverwirklichung, ist kompromisslos und kämpft gegen die Wirklichkeit und Gesellschaft bzw. die Gesellschaftsnormen. Dabei agiert das Genie mit Herz und Gefühl und fühlt sich der schöpferischen Kraft der Natur verbunden. Das Genie, welcher als Held angesehen wurde, scheitert aber in aller Regel mit seinen Freiheitsbestrebungen. Es zerbricht an der Wirklichkeit, an den Normen, Moralvorstellungen und Zwängen der Gesellschaft. Nicht selten führt dieses Scheitern des "Heldes" beim Sturm und Drang zum Tod, denn da er keine Kompromisse schließen kann ist dies der einzige Ausweg an seinen Idealvorstellungen festzuhalten.
Ebenfalls recht wichtig beim Sturm und Drang ist die Natur. Alles Wahre, Gute, Schöne, Elementare und Göttliche wird in der Natur gesehen (Pantheismus). Das einfache Volk wird dabei eine größere Naturverbundenheit und damit eine größere Nähe zur Wahrheit und Echtheit zugesprochen als wohlhabende und adelige Menschen.
Der Sturm und Drang behandelt größtenteils Themen zu Liebe und Natur. Die wichtigste Gattung ist das Drama. Die jungen Dichter waren meist zwischen 20 und 30 Jahren alt und stammten vorwiegend aus dem (Klein-)Bürgertum, d.h. sie kamen nicht aus wohlhabenden Verhältnissen. Zu den wichtigsten Vertretern gehörten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Mit Goethes Italienreise und Schillers Kant-Studien beendeten beide die Epoche des Sturm und Drangs und wendeten sich der (Weimarer) Klassik zu.
Historischer Hintergrund | |||
| Politik und Wirtschaft | Jahr | Links | |
| Absolutismus | 1648-1789 |
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Wolfgang von Goethe wurde als eins von sieben Kindern einer wohlhabenden und gebildeten Familie in Frankfurt geboren. Fünf seiner Geschwister starben. Da der Vater keine beruflichen Pflichten zu erfüllen hatte, unterrichtete er seinen Sohn.
Mit 16 Jahren zog Goethe aufgrund des Jura-Studiums, dass er auf Wunsch seines Vaters aufnahm, nach Leipzig. Nebenbei besuchte er philosophische und literaturgeschichtliche Vorlesungen. Zudem beschäftigte er sich mit der Aufklärung und Empfindsamkeit und nahm Unterricht im Zeichnen. Wegen eines Blutsturzes unterbrach Goethe sein Studium 1768 und kurierte seine langwierige Krankheit in seiner Heimatstadt Frankfurt aus.
Nach der Genesung setzte er das Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg fort, interessiert sich aber zunehmend auch für Chemie, Medizin, Theologie und Philosophie. Als er seine Promotion ablegt eröffnet Goethe eine Anwaltskanzlei und beginnt ein Praktikum am Reichskammergericht in Wezlar, zugleich wendet er sich der Dichtkunst zu. Am Reichskammergericht lernt er 1772 Charlotte Buff kennen, verliebt sich unglücklich in sie und wird von der verschmähten Liebe zu Die Leiden des jungen Werthers an inspiriert. Des Weiteren entstehen in der Zeit um 1771 und 1776 weitere Werke, die Goethe berühmt machten, z.B. die Hymnen Ganymed und Prometheus, sowie die Urfassungen von Faust und Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand. Diese Schaffenszeit von Goethe wird oft dem Sturm und Drang zugeordnet.
1775 verlobt sich mit Lili Schönemann, was aber wenige Monate darauf wieder annuliert wird. Im gleichen Jahr wird Goethe von Herzog Karl August nach Weimar eingeladen, wird Beamter der Stadt Weimar und lernt Charlotte von Stein kennen. Die Herzogin Anna Amalia gelingt es viele bedeutende Schriftsteller nach Weimar zu locken und verschafft der Stadt eine literarischen Blütezeit, darunter auch Goethe. Goethe lernt durch das florierende literarische Leben in Weimar viele bedeutende Schriftsteller kennen. Ungefähr 1777 beendet seine Sturm-und-Drang-Zeit und beginnt eine neue Stilrichtung, die man heute als Weimarer Klassik bezeichnet. Diese Stilrichtung zeichnet sich bei Goethe dadurch aus, dass er von der antiken Philosophie des Humanismus geprägt wird. 1777 stirbt seine Schwester, 1782 der Vater. Aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Kenntnisse kann Goethe seit 1784 auch als Entdecker des Zwischenkieferknochens beim Menschen gelten.
1786 begibt sich aufgrund der zunehmenden Belastungen durch seine beruflichen Verpflichtungen auf eine Erholungsreise nach Italien, wo er sich als Maler ausgibt und sich mit Malerei und Bildhauerei beschäftigt. 1786 lässt sich Goethe von seinen Verpflichtungen entbinden und kann sich nun mehr der Kunst und Literatur zuwenden. Er lernt seine Lebensgefährtin Christiane Vulpus kennen, mit der er 1789 einen Sohn bekommt. Es kommt zudem zum ersten Kontakt mit Friedrich Schiller, der zu seinem besten Freund wurde und mit dem er im kollegialen literarischen Wettstreit die Weimarer Klassik entscheidend prägte. 1789 bricht die französische Revolution aus, die von Goethe abgelehnt wird. 1792 wird er Augenzeige des 1. Koalitionskrieges zwischen Preußen und Österreich gegen Frankreich, sowie der Belagerung von Mainz 1793.
Die Zeit von 1794 und dem Tod Schillers 1805 ist eine sehr fruchtbare Schaffenszeit zwischen den beiden Schriftstellern. Es werden zahlreiche Balladen veröffentlicht. Beide arbeiten zusammen an den Zeitschriften Die Horen und Propyläen und sie verfassen theoretische Abhandlungen über Dichtung. Schiller drängt Goethe auch die Arbeit an Faust zu beenden. 1806 veröffentlicht Goethe Faust I.
Nach dem Tod von Schiller richtet sich die Aufmerksamkeit Goethes mehr auf die Romantik und sich mit dem Mittelalter und Folklore zu beschäftigen. Seine Inspiratoren sind nun Achim von Arnim und Clemens Brentano. Die Mutter stirbt 1808. Beim Erfurter Fürstenkongress 1809 begegnet Goethe Napoleon I und 1812 Ludwig van Beethoven. Um diese Zeit arbeitet Goethe an Werken wie Farbenlehre und der Autobiografie Dichtung und Wahrheit 1, 2 und 3.
Ab 1816 zieht sich Goethe aus dem gesellschaftlichen Leben von Weimar zurück. Er wendet sich seinen Werken zu und arbeitet an West-östliche Divan, Wilhelm Meisters Wanderjahren und Faust II, Dichtung und Wahrheit 4. 1827 stirbt Charlotte von Stein und 1830 Goethes Sohn. Schließlich stirbt Goethe 1832 an den Folgen einer Lungenentzündung; er wird neben Schiller in der Weimarer Fürstengruft beigesetzt.
Wie viele junge und gebildete Menschen zu dieser Zeit verlangte es den 25 Jahre alten Johann Wolfgang von Goethe, neue Lebensinhalte aufzustellen. Angeregt durch die Befreiung des Menschen aus seiner Unmündigkeit, durch die Forderung der Aufklärung nach Benutzung des eigenen Verstandes, taten viele junge Dichter ihre Unzufriedenheit mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Normen kund und forderten neue Lebensideale und neue Werte für eine menschliches Leben. So strebten viele danach, den Gefühlen und Empfindungen des Menschen eine neue Bedeutung zu geben, da sie in der Aufklärung völlig an Bedeutung verloren hatten. Außerdem sollte jeder Mensch nach seiner eigenen Erfüllung seines Lebens suchen, ohne sich dabei an Normen oder Dogmen halten zu müssen. Diese neue Einstellung zu Leben und diese neuartigen Ideale für ein Leben fasst Goethe 1774 mit seinem Gedicht „An Schwager Kronos“, das fast einen philosophischen Charakter hat, zusammen. Damit läutet er die Zeit des Sturm und Drang ein, deren Mitbegründer er ist, wie an diesem Gedicht deutlich wird. Das Gedicht, das am 10.Oktober 1774 entstanden ist, besteht aus sieben Strophen mit unterschiedlicher Versanzahl, die zwischen fünf und acht Stück variiert. Auf Reine verzichtet das Gedicht völlig, genau so wie auf eine regelmäßiges Metrum. Auf diese Weise wird der Inhalt und die Intention weiter in den Mittelpunkt gerückt, die der Leser nach dem erstmaligen Verstehen nicht gleich wieder vergessen soll, sondern auf seine persönliche Situation übertragen und verinnerlichen möge. Das Thema des Werkes ist nämlich das bereits angesprochene Lebensideal und -Gefühl der neuen Epoche des Sturm und Drang. Das Gedicht vermittelt beim ersten Lesen sofort eine leidenschaftliche, gedrängte und damit ehrgeizige Stimmung. Vor allem die vielen Bilder und Symbole, aber auch das inkonstante Versmaß führen zu dieser Situation. Des Weiteren glänzt das Gedicht durch unvollständige Interpunktionen und Ellipsen1 („…Frisch den holpernden/ Stock Wurzeln Steine Trott/ Rasch in's Leben hinein!“, V.6-8), wie durch zeitgenössische Wortwahl, was keine Überraschung darstellt. Zudem benutzt Goethe aber auch Wörter und Begriffe aus der griechischen Mythologie was die Nähe zur Aufklärung zeigt (vgl. V.1; 39). Die erste Strophe kann man als eine Art Einführung ins Thema betrachten. Das lyrische ich spricht dabei zu Kronos, dem nach Goethes Verständnis griechischen Gott der Zeit, der als personifizierende Allegorie2 anzusehen ist. Er symbolisiert das vergehende Leben eines Menschen. Das lyrische Ich beschreibt in den Versen zwei bis sieben die bisherige Situation des menschlichen Lebens auf der Erde, wie sie gegen die tatsächlichen Wünsche des Menschen besteht und ihnen ein Hindernis ist („…vor die Stirne dein Haudern“, V.5; „Stock, Wurzeln, Steine…“, V.7). Dieses wird mit einer Akkumulation in seinem Ausmaß geschildert (vgl.V.7). Dabei fasst die Epipher der Verse zwei und sieben endend auf „Trott“, diese vorherrschende Situation ein, ein Rahmen ist geschaffen. Die Situation ist das Leben der Aufklärung, das dem lyrischen Ich widerstrebt. Kronos, der, wie bereits erklärt, personifizieren zu verstehen ist, wird im gesamten Gedicht als Postkutscher (Schwager) hingestellt, der durch die Zeit eines Lebens fährt und damit für jeden Weg, vergleichbar mit jedem auf und Ab des Lebens verantwortlich gemacht wird. Daher werden Begriffe wie „Trott“ (V.2; 7), „spu (t)e dich…“ (V.1) oder „Berg hinauf“ (V.11) benutzt. Die erste Strophe wird im Vers acht mit einer Aufforderung an jenen Kronos, „in das Leben hinein“ zu fahren, also es zu leben. Die folgenden fünf Strophen sind der Hauptteil des Gedichtes, die ein solches Leben beschreibt. In Strophe zwei geht es um die Bemühungen, die für das Leben vom Menschen gefordert sind. Er soll sich anstrengen und nicht verzagen, ausgedrückt durch die Epipher und Worte von Vers zwölf, der sogar als Aufforderung formuliert ist, um durch diesen schwierigen Schritt den Lohn zu erhalten, der in der Strophe drei gezeigt wird. Es geht also „hinauf“ (V.11) für Kronos, bevor in Strophe drei die Höhe erreicht hat. Hier zeigt sich der Lohn der Mühe, die zufriedenstellende und glücklich machende Selbsterfüllung, die angestrebt wurde. Er wird umschrieben vom „herrlich (en) Blick ins Leben hinein“ (V.14f.) was das erreicht Haben einer besonderen Position bedeutet, die einem erlaubt, das Leben zu überblicken und dem „ewigen Leben“ ähnelt. In Strophe vier zeigt sich eine weitere Neuerung des Sturm und Drang, es sind dem Menschen nämlich Fehler gestattet, wie es vorher nicht üblich war. So ist es auf einmal möglich und sogar gewollt, sich an den Möglichkeiten des Lebens zur Leidenschaft zu erfreuen und diese zu nutzen, wie durch das Mädchen als Symbol für Sexualität und Lust beschrieben. Es wird sogar direkt dazu aufgefordert sichtbar an der Parenthese: „Labe dich!“ in Vers 23. Des Weiteren wird diese Freude mit Bildern (vgl.V24f) verdeutlicht. Kronos, der Postkutscher des Lebens, fährt hier „seitwärts“ (V.19). Strophe fünf erzählt vom Ende des Lebens, die Kutsche „fährt“ „hinab“ (V.26). Die Strophe geht inhaltlich direkt in die sechste über, die nun das Sterben beschreibt. Das „hinauf“ in Vers elf (Strophe zwei) und das hinab in Vers 26 (Strophe fünf) sind bewusst gewählt, da sie in ihrer klanglichen Ähnlichkeit den Kontrast zur Geltung bringen. Das lyrische Ich fordert in den Strophen fünf und sechs den Tod, bevor es die unschönen Leiden des Alters erleben muss, die mit vielen Bildern und Metaphern (vgl. V.29-35) aufgezählt werden. Dies ist ebenfalls als Strömung des Sturm und Drang zu erkennen: der Selbstmord als Mittel zu Selbsterfüllung. So soll ein bildliches „Feuermeer“ (V.33) das lyrische Ich in das symbolische „Tor der Hölle“ (V.36) reißen, worin einmal mehr das neue leidenschaftliche und gefühlsprägende Lebensgefühl zum Ausdruck kommt. Damit schließt sich der Kreis des Lebens, den der Mensch des Sturm und Drang auf diese neue Art und Weise durchwandern soll. Schließlich beendet Goethe das Gedicht mit Strophe sieben als Schlussteil in dem er den Epochenwechsel ankündigt. Hier wird Kronos aufgefordert, sein „Horn“ (V.37) zu blasen, um in diesen übertragenem Sinne dem allegorischen „Orkus“ (V.39) den neuen und besseren Menschen anzukündigen, der den der Aufklärung ablöst, beschrieben durch die letzten zwei Verse: „Drunten von ihren Sitzen/ sich die Gewaltigen lüften“. Damit verkündet Goethe ahnend, dass sich „seine“ neue Epoche durchsetzen wird. Somit verbindet er mit dieser Strophe den Inhalt (mit der Fahr Kronos') mit der Realität der Lyrik und Zeitgeschichte (mit der Intention des Epochenwechsels).
Johann Wolfgang von Goethe will mit diesem Gedicht und der „Fahrt“ seines Kronos also das besagte neue Lebensgefühl zeigen und bekannt machen. Aus diesem leiten sich die Ideale des Lebens für die jungen Künstler des Sturm und Drang ab, wie Goethe in seinen jungen Jahren einer war. Dieses neue Leben lebt auch Goethes Werther in seinem Werk „Die Leiden des jungen Werthers“, alle Gefühle und Emotionen, die den Sturm und Drang prägen, in sich vereint. Außerdem wird es in Schillers „Die Räuber“ deutlich, wo die Hauptpersonen von maßgebenden Gefühlen hin- und hergerissen werden. Ich persönlich halte das Gedicht „An Schwager Kronos“ für ein auf Grund der Sprache schwieriges, aber durchaus intelligentes Werk Goethes, der den Gedanken der Zeit perfekt trifft. Ebenso lässt sich dieser Gedanke aber auch auf die heutige Zeit übertragen, in der den Menschen auch oft die Lebensphilosophie fehlt, was das Gedicht zusätzlich interessant macht.
88e08| 1 | Auslassung von Wörtern. |
| 2 | Konkrete Darstellung eines abstrakten Begriffes, oft durch Personifikation. |
