| 1 | 01 | Verehrter Herr und König, |
|---|---|---|
| 02 | Weißt du die schlimme Geschicht? | |
| 03 | Am Montag aßen wir wenig, | |
| 04 | Und am Dienstag aßen wir nicht. | |
| 2 | 05 | Und am Mittwoch mußten wir darben, |
| 06 | Und am Donnerstag litten wir Not; | |
| 07 | Und ach, am Freitag starben | |
| 08 | Wir fast den Hungertod! | |
| 3 | 09 | Drum laß am Samstag backen |
| 10 | Das Brot, fein säuberlich - | |
| 11 | Sonst werden wir sonntags packen | |
| 12 | Und fressen, o König, dich! |
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In dem Gedicht „Das Hungerlied“ von Georg Weerth aus dem Jahr 1844 geht es um ein Volk, das sich aufgrund seiner Hungersnot an den König wendet und ihn auffordert diese Situation schnellstens zu ändern.
Das Gedicht ist in der Form des Kreuzreims geschrieben.
In der ersten Strophe wird der König zunächst angeredet. Die Anrede „verehrter Herr und König“ erweist sich im Verlauf des Gedichtes immer mehr als Ironie. Zur Anrede ist zu sagen, dass der König geduzt wird, wodurch deutlich wird, dass das Volk respektlos gegenüber dem König ist. Mit rhetorischen Fragen im zweiten Vers wird die Aufzählung der Wochentage und deren Geschehnissen bezüglich ihres Anliegen eingeleitet. In den Aufzählungen der Wochentage, die ebenfalls bis in die zweite und dritte Strophe übergehen ist eine Steigerung der Problematik jeweils am Ende des Verses zu erkennen. Die Wörter „wenig“, „nicht“, „darben“, „Not“, „starben“, „Hungertod“ stellen ganz deutlich die Verzweiflung des Volkes dar. Durch die Anapher1 am Anfang der zweiten Strophe wird die Aufzählung zusätzlich unterstützt.
In der zweiten Strophe wird die Situation des Hungerns bis zum Höhepunkt, dem „Hungertod“ thematisiert. Bis dann in der dritten Strophe die Wende kommt, den dort wird dem König gedroht, dass er am Samstag das Brot backen lassen soll, da das Volk ihn dann ansonsten „fresse“. Die Verben „packen“ und „fressen“ unterstützen in dieser Strophe nochmals die Wut und die Drohung des Volkes. Durch die Anrede des Königs am Ende des Gedichtes „O, König, dich!“ wird nochmals verdeutlicht, wer für den Zustand des Volkes verantwortlich ist und wer hier angeredet wird.
In dem Gedicht wird also deutlich, dass es hier klare Kritiken an die politischen Verhältnisse gibt. Insbesondere an die absolutistische Herrschaft des Königs, die einen Notstand beim Volk auslöst.
Zusammenfassend ist also zu sagen, dass der Verfasser mit seinem Gedicht deutlich machen wollte, wie sehr das Volk damals unter der absolutistischen Herrschaft des Königs gelitten hat und welche Verzweiflungen diese Situationen im Volk auslösten.
| 1 | Wiederholung eines oder mehrerer Wörter an Satz-/Versanfängen. Beispiel: „Er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf“. |
